Wie lang schaffen es Blogger eigentlich noch uns so zu verarschen?

Täglich liest man vom Highlife, dass doch so real gezeigt wird und jedem so nah vorkommt durch Snapchat, InstaStories u. ä. – wir können alle dabei sein! Rund um die Uhr Meinung kundtun, verfolgen und erleben, oder eben nicht.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Denn eigentlich, um ehrlich zu sein, haben wir keine Ahnung, oder woran liegt es, dass wir den tausendsten Beitrag über Detox liken und doch wissen, dass die einzige wirksame und ordentliche Entgiftung durch Nieren und Leber kommt?

Wie kann es überhaupt sein, dass wir uns zum fünften mal den Skinny Tee bestellen, weil uns Influencer ihre flachen, trainierten Bäuche vor die Linse halten – natürlich kommt das vom Tee!

Es reicht ihn morgens und abends zu schlürfen und natürlich die 30 Euro aus dem Fenster zu werfen, aber bitte mit dem passenden Rabattcode, damit die Firmen wissen, mit welchen Bloggern sich die Kooperation wirklich lohnt, denn seien wir uns mal ehrlich – was bringen 10 % uns anderes, als das kleine Gefühl von Glück, weil wir gespart haben.

Unser Hirn blendet die Wirklichkeit nahezu aus. Wir sind benebelt von dem weißen Hintergrund, der glückseligen Person und diesem Lächeln, dass der wundervoll verzierten Öko Packungen gilt. Ein neuer Trend ploppt auf – Haben wir eigentlich noch die Chance uns dagegen zu wehren?

Ist es nicht viel mehr so, dass Social Media gar nicht mehr sozial ist, sondern die neuste Form des Kommerz? Natürlich ist es viel einfacher Blogger mit einem Probierpaket zu kaufen, ihnen einen Gutschein Code zu Verfügung zu stellen und somit gleich 100.000+ Menschen zu erreichen – am besten die jungen – die glauben nämlich was ihnen auf Snapchat hinter dem Hundefilter erzählt wird.

Glaubt ihr Blogger echt, hinter den vergrößerten Glupschaugen und der dicken Zunge hört man den Profit nicht raus, wenn ihr mal wieder auf die Kommentare hindeutet, in denen man einen Code findet, der nur für 24 Stunden gültig ist?

Ihr spielt gerade zu darauf an, den Lesern das Gefühl zu geben, dass sie die Chance ihres Lebens verpassen, wenn sie sich jetzt nichts kaufen.

Am besten verlangt ihr auch noch, dass man euch auf den Bildern mit den neuen Errungenschaften taggt – nicht um euren Followern die gewünschte Aufmerksamkeit zu geben, sondern um einfach eine größere Reichweite zu generieren.

Darauf kommt es nämlich an meine Lieben.

Follower bringen Geld – wir bringen die Kohle und die Rabatt-Masche ins Haus.

Versteht mich nicht falsch, ich unterstütze gerne die richtigen Leute, die Kickstarter und den ordentlichen Content, aber den zwanzigsten Haul einer Billigmarke in drei Wochen kaufe ich den Bloggern nicht mehr ab, dass die Teile wunderschön und qualitätsvoll sind erst recht nicht, oder warum finden wir sie nie in deren Blogposts und garantiert nicht im Kleiderschrank?

Man steht als kleiner Blogger immer vor dem Zwiespalt – vor dieser Gablung des Wegs und hinter einem ist kein freies Feld mehr, sondern die Wand. Einmal losgelaufen bist du halt drin und kommst so leicht nicht mehr raus, aber das heißt doch nicht, dass man sich verkaufen muss, oder etwa doch?

Den Traum groß zu werden, reich zu leben – und das als Blogger – haben viele, aber kann man das heute noch schaffen ohne sich auf den SocialMedia Strich zu stellen? Ich würde meinen Job nicht aufgeben um es in der jetzigen Lage zu versuchen. Es gibt doch nur noch Copycats. Die Guten ziehen ihr Ding durch – sie können es, sie schaffen es und sie erschaffen Content, der wirklich lesenswert ist. Sie zeigen Styles die cool sind, aber es handelt sich leider um einen kleinen Pool. Um ein ausgewähltes Becken voller kleiner Kampffische, die sich ihren Platz verdient haben.

Ich kann euch heute schon sagen, was in nächster Zeit InstaTrend wird — Netzstrumpfhosen unter kaputten Jeans, Wickelröcken und groben Strickpullovern. Sie sind schon da – vereinzelt. Schaut doch durch die gefeatureten Bilder auf Instagram. Fishnet is coming back girls.

Es ist absehbar, langweilig, ausgelutscht und irgendwie traurig und der Blogger Trend ebbt dadurch ab.

Clickbaits liegen an der Tagesordnung – wie sollte man sonst die Klicks auf den nächsten Artikel über Samtanzüge ziehen und uns dazu animieren zum ixten mal zu lesen, was uns jeder schon erzählt hat?

Und jetzt stehen wir hier, am sechzehnten Absatz dieses Artikels, den ich nie schreiben wollte. Ich steck ja selbst fest, hab versucht mit dem Kopf durch die Wand zu brechen, aber warum? Ich hatte keine Lust mehr auf dieses Gehabe, diese Oberflächlichkeit, dieses Möchtegern Getue und die fette Überschrift der Individualität.

Habt ihr ein Rad ab?

Das nächste weiße Hemd in der Levis und Kapitänsmütze macht euch nicht einzigartig. Das ganze jammern über schlechte Kooperationen auch nicht und überhaupt – wann habt ihr eigentlich angefangen andauernd und nur noch zu klagen? Ich dachte ihr wolltet motivieren, Spaß bringen – die kleine animierende Freundin sein, die uns mit in den Kleiderschrank nimmt und zeigt, was, wie und warum. Kommt zurück zu dem was zählt. Wir brauchen keinen Kommerz, Billigkleidung und leere Versprechungen. Wie wäre es mit „deep shit“, guten Tipps und der Wahrheit. Bleibt euch treu.

Back to the roots!

9 Comments

  1. Amy

    Januar 22, 2017 at 11:43 pm

    Deni ich glaube ich habe noch nie einen Kommi auf deinem Blog geschrieben, weil ich eher die stille Leserin bin die dann für sich allein darüber nach denkt was sie grade gelesen hat aber deine posts packen mich jedes mal so sehr dass ich eigentlich fast schon einschlafe aber nicht aufhören kann weiter zu lesen.. Zum Thema ich teile genau deine Meinung zu 100 % du hättest es nicht perfekter ausdrücken können <3

  2. M-iwear

    Januar 23, 2017 at 7:47 am

    Du sprichst mir aus der Seele! DANKE

    Xx martina

  3. Martina

    Januar 23, 2017 at 11:48 am

    Danke für die deutlichen Worte. Hoffentlich lesen und beherzigen es auch viele.
    Mir geht es auch so auf den Geist. Und wo bleibt der Spaß am bloggen?
    Wahrscheinlich gehöre ich zu den wenigen, die keine Kooperationen anstrebt und damit bin ich glücklich. Bloggen ist und bleibt mein Hobby.
    Liebe Grüße
    Martina

  4. Sinah

    Januar 23, 2017 at 1:27 pm

    Amen!
    Ich danke dir für diesen Beitrag und deine Worte dazu. Und hoffe, dass es einige beherzigen werden.
    Ich feier dich dafür.

    Viele Grüße
    Sinah

  5. Daniela

    Januar 23, 2017 at 1:33 pm

    Hachja, ich versteh dich. Es ist wirklich schade, wenn auch Menschen nur noch Werbeobjekte werden und die dann auch noch behaupten, sie wären deine beste virutelle Freundin aber ganz sicher kein Konsumopfer. Noch schlimmer finde ich allerdings, dass es immer noch so unaufgeklärte Menschen gibt, die genau auf so etwas reinfallen. Denen niemand beigebracht hat, Werbung und auch Social Media zu hinterfragen. Die einfach hinnehmen, was sie sehen und denken, sie müssten genauso sein. Denn Authentizität, das Ding, nach dem alle großen Blogger schreien, ist eigentlich viel wichtiger als jede Werbemaßnahme, für den Blogger und jeden Leser. Erreichen tut das aber niemand, der nur stumpf die Werbeprodukte der großen Blogger kauft, um ein bisschen zu sein wie sie.

    Liebst Daniela
    von http://cocoquestion.de

  6. nic* von minimalistmuss.com

    Januar 23, 2017 at 1:54 pm

    Ich muss grad sehr Schmunzeln. Ich kenn das Gefühl: grnervt sein vom Einheitsbrei der auf ein imaginäres Trendpodest gestellt wird. Ich starte grad ein neues Projekt – das Co.Creating.Project.
    Mal was anderes machen, sich mit Themen kreativ auseinander setzen ohne dem Kommerzwahn folgen zu müssen. Das wär vllt auch was für dich? Die Ansichtsweisen einer Fashionbloggerin dabei zu haben wär mal interessant. Schau mal vorbei unter http://www.facebook.com/cocreatingproject

  7. Jules

    Januar 24, 2017 at 11:06 am

    Danke! Einfach nur DANKE! in letzter Zeit kamen bei mir auch öfter solche Meckerposts, weil ich es ähnlich wie du nicht mehr aushalte. Ich hasse mich momentan fast ein bisschen dafür, wie gernen ich mein Studentbudget für einen Gucci-Gürtel auf den Kopf hauen würde, dabei bin ich eigentlich absolut kein Fan von solchen Statussymbolen… Najaa, aber jedes zweite Instagrambild erzählt mir, dass man Jeans nur noch damit tragen darf…

    Liebst Jules
    http://hautestreetstyle.blogspot.de/2017/01/outfit-fishnet-details-lots-of-layers.html

  8. Elisa Zunder

    Januar 24, 2017 at 5:46 pm

    Wahre Worte! <3
    ————-
    Dein Look ist übrigens ein Träumchen!
    Liebst, Elisa

Leave a Reply